Zur Geschichte des Hofes


Die Gegend um Elsdorf war lange Zeit von Sorben besiedelt. Erst im 15./16. Jahrhundert wurden Franken und Schwaben unter Verdrängung der Sorben ansässig.
 

Die altehrwürdige Familie Pfefferkorn
- ursprüngliche Besitzer des Hofes -


1716 wurde das heute älteste Bauwerk unseres Hofes errichtet. Es ist das ehemals als Wohn-Stallhaus genutzte Gebäude. Erst später, in den Jahren 1798/1799, entstand das Wirtschaftsgebäude mit Pferdestallungen, Gesinde- und Vorratskammern sowie Remise.
Die alte Scheune und das eigentliche Stallgebäude (Baujahr unbekannt) fielen 1934 einem Blitzschlag zum Opfer. In mühevoller Arbeit errichteten die Männer der Bauernfamilie gemeinsam mit den jungen Burschen aus der Nachbarschaft diese Gebäude wieder neu.

In früheren Zeiten war das Gut mit all seinen Ländereien über lange Zeit ein Kirchlehn, was wiederum positiv für diesen Gutshof spricht und ein Hinweis auf die hohe Bodenfruchtbarkeit und die exponierte Lage im Dorf ist.
Seit etwa Mitte des 18. Jahrhunderts hatte die Familie Pfefferkorn, aus Kohren-Sahlis stammend, den Gutshof in ihrem Besitz. Über 200 Jahre hinweg bemühte sich diese Familie und ihre Nachkommen um die Bewirtschaftung und Instandhaltung des Hofes. Auffällige bauliche Veränderungen gab es nicht in dieser Zeit.
Grundlegende Veränderungen der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Ostdeutschland führten nach 1950 auf dem Gutshof aber nun zu einer Beeinträchtigung der baulichen Substanz. Mit käuflicher Übernahme dieses Vier-Seiten-Hofes durch die Familie Winkler im Jahr 2004 befanden sich die Gebäude und baulichen Anlagen des Hofes deshalb in einem sanierungsbedürftigen Zustand.

Ansiedlungen erfolgten in früherer Zeit immer dort, wo auch genügend Wasser vorhanden war. In Elsdorf war dies u.a. durch den Elsbach gegeben. Etwa 900 m von unserem Gutshof entfernt befindet sich die Quelle für diesen Bach. Im 17. Jahrhundert hatten die Bauern und andere Anlieger das Recht auf Fischfang in diesem Fließgewässer. Im Gegensatz zu oft gezeigten filmischen Darstellungen über die damalige Zeit ist der Hinweis auf dieses Fischereirecht heute aber auch ein Indiz dafür, daß der Bach sauberstes Wasser geführt haben muß und verschmutzte Abwässer anders als in der heutigen “modernen” Zeit hier nicht eingeleitet wurden.

Unsere Vorfahren wußten mit dem Geschenk “Natur” offenbar vernünftiger
umzugehen, als wir dies heute tun.




Dieser Schlußstein aus dem Jahre 1798/1799 trägt die Initialen TPK für Tobias Pfefferkorn


Für viele Menschen hat die Bewirtschaftung eines bäuerlichen Betriebes heutzutage nicht mehr die Bedeutung wie noch im Jahre 1716. Damals zählte nicht das Geld allein, sondern die Versorgungssicherheit im Alter mußte auch ohne die uns heute bekannte Rente gesichert sein.

Der Spruch:

     “ Haltet unser Dorf in Ehren,
     denn es soll euch und uns ernähren ! ”

war den Menschen in ihrem Tun und Handeln allgegenwärtig.

Auch wir, die Familie Winkler, sehen in dieser Aussage ein hohes Gedankengut, was auch in der heutigen Zeit, die auch vom Überfluß bestimmt ist, nicht vergessen werden darf.
Dies als auch der Wunsch nach einer heilen Welt in der Landwirtschaft hat uns als Quereinsteiger auf das Land gebracht.
 

                                               Rückblicke:
 

Erwerb eines bäuerlichen Betriebes heute und damals:

Geschäftspost heute und damals:
 

Wenn der Vier-Seiten-Hof mit allem
Land und sonstigem Zubehör heute
per einer Kaufsumme bezahlt wird, so
sah das in früheren Zeiten wie folgt anders aus:

Für ein vergleichbares Pferdefrohngut
rechnete man ca. 1050 Gulden
Kaufpreis,
der wie folgt bezahlt wurde:
     - 300 Gulden Angeld im 1. Jahr
     - 100 Gulden im anderen Jahr
     - 50 Gulden im 3. und 4. Jahr
     - und dann jährl. weitere 25 Gulden

Hierzu kam die freie Herberge (für die
Alten) und das Gedinge. Gedinge, das
heißt:
     - Kammer und Zuraum
     - 2 1/2 Scheffel Korn
     - 1/2 Scheffel Weizen
     - 2 Fäßchen Butter
     - 1 Schock Ziegenkäse
     - 1 Schock Kuhkäse
     - 2 Schock Eier
     - frei Holz zum Waschen und Baden
     - 1 gemästet Schwein
     - 12 Ellen flachsene Leinwand
     - Früchte von 1 Apfel-,1 Birne-,
       und 3 Pflaumenbäumen
     - in Krankheit Pflege und Wartung.

Wohlehrwürdiger, Großachtbarer und
wohlgelehrter insbesonders
Hochgeehrter Herr Pastor,

Es soll nicht nur der von Herr
Wohlehrwürden mir zugeschickter
Kaufkontraktgrundes auf das Pfarrguth
zu Oberelsdorf Grund und Boden
erbauten, so genannt Pfarrhauses, so
nunmehro an Jacob Steinen verkauft
worden, von mir an E. Hochlöbl.
Confistorium nach Leiwzig zur
Confirmation auf künftige Weise gel.
Gott, so mir eingesendet; sondern
auch.....
.....
um Antwort und Entscheidung alles
dessen, was Euer Wohlehrwürden in
Ehre an mich gerichteten Schreiben zu
wissen verlangen, gehorsamst
gebethen
worden, aber den ich übrigens mit aller
Hochachtung verfasse.

Euer Wohlehrwürden

Superintendentur Rochlitz
d. 29. April 1751

                     ...und dienstwilligster
                     Johann Daniel Lidbusch


Zum Hof gehören 28,5 ha Acker- und Wiesenland.
Die meisten zugehörigen Felder waren zum Kaufzeitpunkt (Übernahme des unbewohnten und damals leerstehenden Hofes im Jahr 2004) noch bis 2011 an eine Agrargenossenschaft verpachtet. Lediglich ca. 2,3 ha konnten bisher selbst für Gemüseanbau und Tierhaltung genutzt werden. So entstanden zunächst die Imkerei, eine gärtnerische Produktion sowie eine Herde Schafe und Ziegen.